Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre sich nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir nicht.« (Prediger 12,1)


Die Jugend im Alter

Tagesimpuls für den 2. April

Liebe Gemeindeglieder und Gäste,
Die heutige Losung steht in Psalm 71. In diesem Lied singt ein betagter Mensch davon, was ihm im Alter zu schaffen macht und worin er Halt findet. Und da heißt es: „Gott, du hast mich von meiner Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.“ (Ps. 71,17). Hier kommen Rückblick und Gegenwart des alten Menschen zusammen. In dem Buch „Jürnjakob Swehn der Amerikafahrer“ sagt Swehns alte Mutter: „Denn es ist mit den Menschen also: Wenn sie alt werden und die Beine wollen nicht mehr vorwärts, dann fangen die Gedanken an zu wandern, und sie wandern rückwärts.“ Das kennen wir teilweise schon von uns selbst, besonders aber von den Eltern und Großeltern. Da werden Geschichten erzählt, manche gefühlt zum 100. Mal. Das zeigt auch: Die Vergangenheit ist nicht einfach abgeschlossen, sie bleibt eine Aufgabe, indem wir sie immer wieder neu deuten und nach dem Sinn darin fragen. Wenn der Beter hier sagt: „Gott, du hast mich von meiner Jugend auf gelehrt.“, dann ist im Blick, was sich jemand in Kindheit und Jugend angeeignet hat, und wie er von diesem Schatz jetzt im Alter noch zehren kann. Interessanterweise überlegt der Beter nicht, welche Schulkenntnisse oder welche handwerklichen Fähigkeiten ihm jetzt noch nützlich sind, sondern es geht ihm um das, was an Gottesbeziehung in ihm entstanden und gereift ist. Das ist es, was ihn jetzt trägt.
Viele Eltern geben ihren Kindern zurzeit selbst zu Hause Unterricht, weil aufgrund der Corona-Epidemie die Schulen geschlossen sind. Von unserem Vers her dürfen wir fragen, inwieweit bei all den Deutsch-, Mathe- und Sachkunde- Hausaufgaben auch so etwas wie Bibelgeschichten und gelebter Glaube eine Rolle spielen. Wenn ich heute im Altenheim ein bekanntes Kirchenlied anstimme oder Psalm 23, dann springt auch in den sonst Teilnahmslosen etwas an, so als könnten sie sich vorübergehend ein wenig aus dem Kokon von Entmutigung oder Demenz befreien. „Gott, du hast mich von meiner Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.“
Und ebenso wichtig ist, dass nachlassende Kräfte nicht gleichgesetzt werden mit `nutzlos sein´. „…noch jetzt verkündige ich deine Wunder.“ Das ist die Aufgabe, die der Beter sich setzt. Ohne Frage: Ein Schatz des Alters ist die Lebens- und Glaubenserfahrung; wir beginnen angesichts der heutigen Krise gerade neu danach zu fragen. Diese Erfahrungen sind Wegweiser und Nahrung für den Glauben der nächsten Generation. Und wir spüren in diesen Tagen deutlich, was es heißt, wenn diese Weitergabe von Eltern zu den Kindern, von den Großeltern zu den Enkeln unterbrochen wird. Es wird alles darauf ankommen, diesen Faden wieder aufzunehmen, und das nicht erst nach der Krise: „Gott, du hast mich von meiner Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder.“
Herzlich grüßt Sie, Ihr Pfr. Gerd Krumbiegel

Ev.-Luth. Kirchgemeinde Großschönau 
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Pfarrer Gerd Krumbiegel
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02779 Hainewalde
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Pfarrerin Zitzkat

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sowie nach Terminvereinbarung

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